CAMPEVENTS

Workshop-Report 1: „Kleinvieh macht auch Mist“

Nicht nur Proben standen in der Bildungswoche auf dem Programm. Dienstag und Donnerstag waren die Workshop-Tage im BDB-Musikcamp 2012. Ob musik-nahe Themen wie Tanzen und Instrumentenpflege oder mal was Überfachliches wie Schreibwerkstatt und Sponsorenakquise: Die Teilnehmer konnten sich so einige Tricks bei Experten abschauen. Dominik Rauer hat die „Panzerknacker-AG“ von Elisabeth Renkl besucht:

Auf den Spuren der Panzerknacker dem Geld hinterherjagen. Was bei den berühmten Comicvorbildern meist im Gefängnis endete, soll für die Teilnehmer des Fundraisingworkshops erfolgreicher verlaufen. Elisabeth Renkl, verantwortlich für Sponsoring im BDB, gab in einem Workshop am Dienstag Tipps zur Sponsorensuche. Wie kann man mit einfachsten Mitteln Geld für den Verein auftreiben?

Elisabeth RenklElisabeth Renkl,
Sponsoringbeauftragte des BDB

„Das funktioniert ähnlich wie bei eurem Taschengeld“, sagt Elisabeth Renkl. Während Oma als gönnerische Mäzenin das Enkelkind gerne finanziell unterstützt, verlangen die Eltern oft Gegenleistungen. Das Zimmer aufräumen ist da noch eine der besseren. Übertragen auf den Vereinsalltag sind es dann die Sponsoren, die eine entsprechende Gegenleistung verlangen. Das fängt bereits beim Metzger des Vertrauens an, der wieder mal ein paar Schnitzel für den abendlichen Hock vorbei bringt und dafür freien Eintritt bei den Konzerten bekommt.

Die Erfahrung zeigt, dass nicht die großen Unternehmen, sondern vor allem die lokalen Geschäfte, sowie die Bekannten und Verwandten der einzelnen Mitglieder die höchste Erfolgsquote für finanzielle, aber auch sachliche Unterstützung bieten. So kommt man mit dem nötigen Engagement und Menschenkenntnis leicht an Sponsoren heran. Es schade nicht, sich in der Suche kreativ hervorzutun.

Hätten die Panzerknacker doch lieber mal dem Kleinvieh mehr Zeit gewidmet, so wären sie wahrscheinlich erfolgreicher gewesen! (Dominik Rauer)


Backstage Musikcamp: Die Ruhe vor dem Ansturm

Teamertag -- Foto Matthias Jaki
Foto: Matthias Jaki

Es ist Sonnabend. Knapp 24 Stunden, bevor die Teilnehmer des BDB-Musikcamps 2012 anreisen sollen. Vor dem Sheriff’s Office im Tipidorf bildet sich eine Schlange. Leute treffen ein, begrüßen sich, fragen einander, wie es ihnen ergangen ist. Viele kennen sich schon von früher. – Nein, praktisch alle kennen sich schon: Unter den 58 Teamern, die für die Anleitung und Betreuung der Camp-Teilnehmer zuständig sind, sind nur zwei zum ersten Mal dabei. Eine eingeschworene Mannschaft kehrt ins Musikcamp zurück.

→ Teamer-Porträt: Barbara

Schwarze Poloshirts mit dem Musikcamp-Logo für die Neuen; Handbrot mit Salami oder Käse für alle. Campleiter Christoph Karle begrüßt die Mannschaft herzlich. Hauptpunkte des Abends sind die Teameinteilung – wissen die Grillteamer, an welchen Abenden sie Würste wenden? Hat das Sportteam sich etwas Abwechslungsreiches für die Freizeitnachmittage überlegt? – Und die Campregeln, die die Teamer aber schon kennen: Eine ganze Woche alkoholfrei, auch für erwachsene Teilnehmer. „Denn wir sind Musiker und Musiker leben gesund“, sagt Christoph Karle. Und kein Essen, bevor nicht alle aus dem Zelt am Tisch sitzen – ein alter Teamertrick, dank dem die Teilnehmer meistens pünktlich zu den Mahlzeiten kommen.

→ Teamer-Porträt: Franz

Es ist dunkel. Trotzdem soll noch am Sonnabend mit dem Ausräumen der Umzugscontainer begonnen werden, die der Campsponsor Zapf Umzüge auf den Parkplatz neben dem Tipidorf gestellt hat. Die Schlagwerke sollen schon im Europa-Park Dome eingelagert werden. Doch erst einmal müssen die Teamer einen Regenguss abwarten. Dann geht es auf dem nassen Parkplatz, im Slalom um die Pfützen, patsch-patsch, an die Arbeit. Was heute Abend geschafft ist, muss morgen früh nicht mehr erledigt werden. Denn morgen ist Sonntag und die Teilnehmer reisen an.

→ Teamer-Porträt: Antonia

Sonntag. Ruhe vor dem Sturm. Heute beginnt das BDB-Musikcamp 2012!

Damit die Teilnehmer reibungslos an ihre Noten, Campunterlagen und – last but not least – Europa-Park-Eintrittsausweise kommen, wird eine lange „Anreisestraße“ vor den Containern von Zapf Umzüge aufgebaut. Zuerst aber müssen die Container leer geräumt und in Büros verwandelt werden. Im einen entsteht das Musikcamp-„Office“. Drucker, Telefone und Computer aus der BDB-Musikakademie laufen für eine Woche nicht in Staufen, sondern in Rust heiß. Im anderen Container zieht das Medienteam ein und wird in Texten, Fotos und Videos aus dem Musikcamp berichten.

Regen, unterstellen, ausräumen, aufbauen, unterstellen, aufbauen, ausdrucken, unterstellen … trotz wetterbedingter Unterbrechungen steht die Anreisestraße, als die ersten Musiker eintreffen. Ihr Erstkontakt mit dem Camp: die Anreisestraße. Im Tipi treffen sie auf ihre jeweilige Teamerin oder ihren Teamer. Und dann sind sie schon mittendrin im Musikcamp: Noch am Sonntagabend findet die erste Probe von A-, B- und C-Orchester statt. Die Musik kann eben nicht warten. Die Teamer atmen durch: Das Camp läuft und sie haben alles dafür getan, dass es reibungslos läuft. (majo)

→ Mehr Video-Interviews aus dem Camp


Das sind drei von 58: Die Teamer im Musikcamp

→ Teamer-Porträt: Barbara, 25
„Ich bin schon zum fünften Mal als Teamerin dabei. Ursprünglich kam ich über die Familienfreizeiten des BDB dazu, wo ich den Kinderchor leitete. Ich bin immer wieder gern gekommen, weil es witzig ist.
Ich fahre eigentlich nicht in den Europa-Park wegen der Attraktionen, sondern der Leute wegen.
Neben meiner Gruppe in Blockhütte 74 engagiere ich mich noch im Animationsteam, biete einen Workshop an und bin Orchestersprecherin im A-Orchester.“

→ Teamer-Porträt: Franz, 55
„Ich war von Anfang an beim Musikcamp dabei. Als Mitglied der Vorstandschaft der BDB-Bläserjugend und weil ich Jugendarbeit in meinen eigenen Vereinen mache und wichtig finde, bin ich selbstverständlich auch als Teamer ins Musikcamp mitgekommen.
Neben der Betreuung für die Zelte eins und vier bin ich in diesem Jahr im Grillteam, für die Registerproben der Querflöten und – traditionell – für die Auswahl der Gutenachtgeschichten, die abends im Zelt vorgelesen werden, zuständig.
Ich bin unheimlich stolz, wenn ich sehe, wie viele Teilnehmer schon aus dem ersten Jahr Musikcamp heute als Verantwortliche und Teamer wieder mit dabei sind.“

→ Teamer-Porträt: Antonia, 25
„Zum Glück hat es dieses Jahr wieder mit Urlaub geklappt: So kann ich zum zweiten Mal als Teamerin im Musikcamp sein. Letztes Jahr hat es mir riesig Spaß gemacht.
Ich war gerade auf einem Jungmusikerwochenende, als ich den Anruf erhielt und gefragt wurde, ob ich mit könne. Jetzt betrachte ich diese Woche als ideale Mischung aus Urlaub und ehrenamtlichem Engagement.
Neben meiner Gruppe in den Blockhäusern 72 und 73 arbeite ich im Quizteam mit und bin für das schwarze Brett zuständig, auf dem die Teilnehmer jeden Morgen das Tagesprogramm lesen.“ (majo)


 

Come Together!

Am ersten Abend kommen nach den Proben im Dome die Teilnehmer des 7. BDB-Musikcamps zusammen. Voller Energie warten die zum Teil müden Teilnehmer im Dome auf das Abendprogramm. Dominik und Dominik – das Animationsteam – treten ins Rampenlicht. Es wird ruhig in der größten Halle des Europa-Parks. 278 Mädchen und Jungen sind auf wundersame Art und Weise plötzlich still. Mit sanfter Stimme redet Dominik Grünwald zu den Jugendlichen „Zurück – zurück – vor – vor“. 

Dominik tanzt ungeniert vor – so elegant wie Samson von der Sesamstraße. Anfangs belächeln ihn viele. Viele Mädels stehen gleich bei ihm und machen einfach nach, was vorgegeben wird – ist auch nicht schwer. 

Anmeldung zu den Workshops

Was am Anfang noch unkoordiniert aussieht, gleicht nach kurzer Einarbeitungszeit einer flüssigen Bewegung, ähnlich dem Wiener Opernball. Alle bewegen sich zum Rhythmus von Dominiks Stimme. 

Dann geht die Musik an – Die Stimmung wird von Schritt zu Schritt besser und das Adrenalin steigt. Mit dem Lied von der Nick Straker Band aus dem Jahre 1979 „A Walk in the park“ wird der typische Freestyler zum absoluten Massentanz. Denn selbst die letzten Teilnehmer – vor allem Jungs – stehen vom Boden auf und betreten ebenfalls die Tanzfläche. 

Vom Boden aus sieht man nur noch Beine. Tanzbeine, in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Bunte Schuhe, bunte Hosen – alles knallige Sommererscheinungen. Da sind kurze, lange, weite und enge Hosen. Noch treten einige Jungen sich gegenseitig auf die Füße – doch zum Schluss tanzen selbst die Teamer mit. (Margaretha Fischer)

 


 

Es murmelt in den Tipis 

Fast Mitternacht, die Luft wird kühl im Tipi-Dorf im Europa-Park. Zwischen den Zelten hört man es murmeln. In den Tipis wird noch über den Tag gesprochen. 

Am Nachmittag fiel der Startschuss für die 278 Teilnehmer des einwöchigen Musikcamps: Beim Organisationsbüro erhielten sie alle Informationen zum Leben im Camp und zur Probenarbeit sowie ihre Mappen mit den Noten. In ihren Tipis lernten sie den Teamer oder die Teamerin kennen, der oder die in der Woche Ansprechpartner und Vertrauensperson ist. 

Das BDB-Musikcamp bedeutet ein anspruchsvolles Programm aus Probenarbeit und jeder Menge Spaß im Team. Im Zelt und im Orchester entstehen Freundschaften, an zwei Tagen in der Woche können die Teilnehmer Workshops zu Themen wie Instrumentenpflege, Tanz oder Sponsoring besuchen. 

Es murmelt in den Tipis

Aber direkt nach dem Abendessen am Sonntag geht es erst einmal ums „Kerngeschäft“: Die jugendlichen Teilnehmer gehen zur ersten Probe in ihrem Orchester. 

Das A-Orchester probt Arrangements von Abba-Hits – unter der Leitung des Arrangeurs höchst persönlich. Peter Kleine Schaars’ Orchester spielt vom Blatt schon bald flüssig und der Dirigent beginnt an Details zu feilen. Nicht nur das, die Teamer im Raum lassen sich zum Tanzen anstiften. 

Um 21 Uhr heißt es „Come Together“ im Dome: Kennenlernen und Tanzen. Danach Grillen am Lagerfeuer und ab elf sind alle im Zelt. Die Teilnehmer lassen den ersten Tag Revue passieren: Die Proben, die Vorfreude auf das Programm der kommenden Woche und die neuen Leute. Es ist kurz vor Mitternacht und wenn man zwischen den Zelten im Tipidorf steht, hört man es noch überall murmeln … (majo)

 


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